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Bei Trixi und ihrer Rasselbande
April 2003

Nach langer Planung war es endlich wieder so weit! Ich packte mein Täschchen und fuhr gen Süden, meinen "Patenauftrag" erfüllen :-)
Auf dem Weg dorthin machte ich dieses Mal aber noch Station bei Marion in Heidelberg, sozusagen ein Gegenbesuch zum Equitana-Besuch. So lernte ich endlich ihr Pferd Wake-Up mal persönlich kennen und durfte sogar mit ihr ausreiten! Leider habe ich davon keine Bilder, echt schade! Ich hoffe aber, es gibt bei Gelegenheit eine Wiederholung und dann wird fotografiert, was das Zeug hält! Versprochen!

So eingeteilt, fällt die Fahrerei doch sehr viel leichter und am nächsten Tag stand ich dann nach nicht allzu langer Reise schon bei Trixi und ihrer Rasselbande auf dem Hof. Es ist schon fast ein Gefühl, als käme ich nach Hause.
Trixi hatte schon "Besuch", der sich als Praktikantin entpuppte, die für einige Wochen auf dem Hof alles das lernen wollte, was man so rund um's Pferd wissen sollte. Lieber Udo, du hast es in diesen Tagen sicher schwer gehabt, mit uns "Trio Infernale". Aber sag selbst, jetzt, so im Nachhinein, war unsere Idee und deren Umsetzung nicht schlecht, oder? ;-)

Tja, die Idee... Die Überlegung, einen Arbeitsplatz für die Rasselbande zu bauen, stand schon länger im Raum, scheiterte aber immer am Zeit- und Arbeitskraftmangel. Nun waren wir aber (mindestens) zu dritt und da sollte das doch wohl zu schaffen sein, oder?
Udo war nun gar nicht damit einverstanden, dass die armen Pferde in einem Roundpen gequält werden sollen und forderte, dass es dann wenigstens ein Achteck werden sollte. Dachte wohl, das schaffen wir Mädels nicht! Denkste, Udo, denkste! ;-)) Trotz seines Widerstrebens, hat er uns aber doch unterstützt, vielen lieben Dank dafür!

Bevor es aber ans Nageln und Schrauben gehen konnte, musste natürlich erst mal berechnet werden, wieviel Material wir überhaupt brauchen würden. Jaja, und da ging es schon los... ggg
Wenn der Roundpen (von Udo nur "Folterkammer Süd" genannt) nun 15 m Durchmesser haben soll (mehr Platz war beim besten Willen nicht), dann ist der Umfang... grübel... wie war das noch...? Und das Teil soll auch noch 8-eckig werden... Aber wir sind ja keine kleinen Dummen, wir wachsen noch! :-)

Man nehme also kariertes Papier, male zwei Quadrate mit je 15 Kästchen Kantenlänge aus, schneide eines aus und lege es "gedreht" auf das aufgemalte Quadrat, Umrisse nachzeichnen und was hat man dann? Genau! Ein Achteck! Sowas nennt man praktische Intelligenz! :-)) Die Materialberechnung erfolgte dann Pi mal dicken Daumen, und Udo fuhr dann brav mit mir los, um Bretter und Pfähle zu kaufen. Sand war noch vom letzten Jahr vorhanden, Hackschnitzel ebenso...

Dann ging es endlich raus an den Ort des eigentlichen Geschehens.
Ich staune eigentlich noch heute, dass wir das so fein hingekriegt haben, denn die Ratlosigkeit angesichts der Fläche, aus der wir einen umzäunten achteckigen Platz herstellen wollten, war doch nicht unerheblich!
Nun hatten wir also unser Achteck auf Kästchenpapier, jede Menge Werkzeug, Schnellpfosten, viele Bretter und Holzpfosten und reichlich Ehrgeiz. Ausmessen ging ja noch, einfach einmal von da nach da 15 m und dann im rechten Winkel genau auf der Hälfte der ersten Strecke 7,5 m nach rechts und links... und warum sieht das so schief aus? Neu angesetzt, und noch einmal... dann noch mal diagonal und noch einmal... irgendwann kam es unseren Vorstellungen von einem Oktapen relativ nah und wir beschlossen, endlich mit den eigentlichen Baumaßnahmen zu beginnen.
Die Arbeit mit dem Erdbohrer ersetzte jede Karusselfahrt auf dem Rummelplatz... Drehwurm inclusive! Jeder durfte mal, bis Kreuz und Arme nachgaben...

Irgendwann war es dann geschafft, alle 16 Pfähle steckten halbwegs im Boden, leider noch lange nicht fest genug, dass sie auch einer Haffinase und dem dazugehörigen Dickkopf stand gehalten hätten! So kam Udo noch mal zum Einsatz, der den Pfählen den Rest gab und sie haffisicher in die Erde rammte.

Dann endlich ging es an's Schrauben, da sieht man dann wenigstens mal, dass es voran geht,
das Ganze nimmt Formen an... und die Äste des Baums stören auch üüüüberhaupt nicht, nein!

Die ersten Lädierungen lassen nicht allzu lange auf sich warten, vor allem, wenn man schon vorgeschädigte Handgelenke hat!
Eine Pause tat dringend not! Fast hätte es bei dem wunderschönen Wetter noch zu einem Sonnenbrand gereicht!

Und da es außer dem Bau des Oktapen bei Trixi ja noch viele andere Pflichten gibt, haben wir es für diesen Tag mit der Bauerei gut sein lassen und ein ganz anderes Projekt angefangen.

Trixis Neuzugang musste dringend in die Herde integriert werden. Leider hatte er wohl wenig Sozialkompetenz und, was noch schlimmer war, Null-Kondition mitgebracht, so dass er den Verfolgungen der Herde ziemlich hilflos gegenüberstand. So haben wir zu Dritt, naja, wenn man's genau nimmt, zu Fünft (die Pferde zählen ja mit!), Führübungen mit Ganson, dem weißen Riesen, und dem Herdenchef Q. gemacht. Q. vorweg führen, Ganson in angemessenem Abstand hinterher. Schnellpfosten dienten als "Ablenkung", indem sie im Slalom und kringelweise umrundet werden mussten. Mit reichlich Abstand zwischen den Pferden ging das ganz gut, Q. ließ sich auf das Spielchen ein, aber wehe, wenn Ganson mal näher ran kam... so ein kleines bisschen konnte der Abstand an diesem Tag dann aber doch verringert werden, bevor es Q. zu nah wurde.
Und damit ließen wir es auch gut sein. Alle waren rechtschaffen müde, ein anstrengender Tag ging zu Ende, natürlich nicht ohne eine gemütliche Erzählrunde!

Mit neuem Elan ging es am nächsten Tag weiter, eine hält, eine schraubt, eine erklärt den neugierigen Pferden, was das werden soll... ;-)

Nun noch die Strombandhalter reindrehen... sind ja nur 16 Stück!
Und wie soll der Eingang gemacht werden? Wie Eingang? Ach, den braucht's auch?... Also, Trixi hätte ja am liebsten zwei Eingänge, damit sie das Stück, das ja von der Weide abgezwackt wurde, noch mit nutzen kann und immer eine Fluchtmöglichkeit für die Hühs besteht, wenn's mal richtig rund geht!

Also gut, daran soll's nicht liegen, aber erst mal wird nur ein Eingang gemacht...
Das Wo ist leicht zu entscheiden, zum Einhängen der Bretter fehlen uns aber... die Führungen. Also Pause mit der Bauerei
und Einkauf im Baumarkt... nette Sachen gibt's da und so ein bisschen Bummeln leisten wir uns dann auch noch.
Als wir zurückkehren, ist es schon wieder Zeit für die Führübungen mit Q. und Ganson, Ausmisten,
Heuchen geben, Schmusestunde... Das Wetter ist einfach toll, noch eine Runde mit den Hunden und dann geht's zum gemütlichen Teil des Tages über, es wird gegrillt... Hmmmm, sehr lecker!
Der Abend wird, wie soll es anders sein, wieder sehr lang!

Aber nicht lang genug, dass wir nicht am nächsten Morgen wieder frisch an's Werk gehen könnten! ;-)
Der Eingang ist schnell gebaut, passt, wackelt, hat Luft...
Nun kommt noch mal eine mühsame Sache, der Boden! Denn als Arbeitsuntergrund macht sich Gras nicht so gut. Karre um Karre schieben wir Sand auf den Platz, eine füllt, eine schiebt, eine verteilt... Selbiges noch mal mit den Hackschnitzeln, wobei Trixi und Steffi tapfer den Kampf mit dem Greifer aufnehmen. Tücke des Objekts: da wir zwei Reihen Bretter gemacht haben, kommen wir nun von dieser Seite mit der Karre nicht mehr drunter durch. Also, eines der unteren Bretter wieder abschrauben...

Es ist mühsamer, als wir dachten und wir machen am Nachmittag erst mal Schluss, es fehlt noch ungefähr eine Hälfte, aber die hat auch Zeit bis morgen. Und wie jeden Abend ist Ganson-Integrationstraining, Pferde-Versorgen, Hunderunde und gemütliche Menschenrunde

Und am nächsten Tag, nach einigen weiteren Stunden Arbeit, ist es so weit! Wir können es kaum glauben!

And now... we proudly present: The Oktapen !!!

Ob dieses Wunderwerkes riskiert Lukas mal einen Blick...

... und darf dann gleich als erster hinein! Premiere!

Gut gemacht, Junge! Bist ein ganz Feiner!
und Steffi darf auch mal versuchen...

Dann muss mein Patenkind Kidlukas "dran glauben"

... und schließlich noch Kaspar

Erst mal schauen,...

dann einhaken...


und führen... na, das sieht doch gut aus!

Nach all der Arbeit war natürlich Feiern angesagt! Her mit dem Prosecco! ähem... wenn dann nur der Korken raus ginge... der bröselt bei Einsatz des Korkenziehers langsam vor sich hin, gibt aber nicht wirklich nach.... Es bleibt nur, den Korken in die Flasche hinein zu drücken... tja... und wie kriegt man Korken wieder aus dem Prosecco? Man nehme einen Filter, setze ihn in einen Trichter, so man denn einen hat! Und wenn nicht?
Dann vertraue man Trixis Chemiker-Tricks... ein Pappbecher, durchlöchert, tut's genauso gut! Vor allem, wenn der Pappbecher so perfekt in die Gläser passt :-)))

In diesem Sinne: Cheers, Skol, à votre santé, Prost!

Auf ein fröhliches Wiedersehen in 2004!